Konzert 2017

 

„Locker vom Hocker“ - Musikabend 2017 der Musikgesellschaft Dürrenäsch

JM.„Furioso“ beschreibt in der Musiksprache den wilden, rasenden und stürmischen Charakter eines Musikstücks. „Furioso“, so heisst aber auch das Blechbläserensemble der Musikschulen Seon und Dürrenäsch, welches am Samstag, 28. Oktober 2017 unter der Leitung von Lukas Scherrer den diesjährigen Musikabend der Musikgesellschaft Dürrenäsch eröffnet hat. Obwohl die 16 Schüler im Alter von 9 bis 14 Jahren teilweise erst seit etwas mehr als einem Jahr auf ihrem Blasinstrument unterrichtet werden, vermochten sie die Zuhörer mit ihrer grossen Spielfreude und ihrem Können zu beeindrucken.

Nach der jungen und wilden „Vorband“ übernahmen die Musikanten der MG Dürrenäsch und ihr neuer Dirigent Erwin Schnider die Bühne. Dem Motto getreu, „locker vom Hocker“, zeigten sie in der ersten Konzerthälfte, welche Vielfalt die Blasmusik zu bieten hat: Auf die pompös klassische Eröffnung mit „Cortège from Mlada“ folgte ein gleichzeitig wunderschöner wie auch wilder musikalischer Flug mit einer Propellermaschine. Mit „One Moment in Time“ der legendären Whitney Houston liess sich das Publikum vom Hocker hauen, bevor der Tubist Urs Scherrer als erster Solist des Abends zu einem Picknick mit einem Teddybären einlud. Zum Schluss des ersten Teils wurden die Zuhörer mit der bekannten Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauss gedanklich ins Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker versetzt.

In der zweiten Konzerthälfte bewiesen die Dürrenäscher Humor: Der Hornist Erwin Scherrer, welcher mit Schweissbändern und Sportflasche ausgerüstet eine musikalische Spitzenleistung erwarten liess, benötigte bloss einen einzigen Ton und eine grosse Prise Humor, um das Publikum im „Solo Secondo“ zum Lachen zu bringen. Im nicht ganz ernst gemeinten Marsch Nr. 2001b überraschten er und seine Musikkameraden mit unerwarteten akustischen und visuellen Elementen – es wurde geküsst, gepfiffen und geschnarcht. Einen musikalischen Höhepunkt setzten die beiden Kornettisten Sara Keller und Lukas Scherrer. Mit unglaublich flinken Fingern jagten sie sich in „Hunting Scene“ hinterher, was von den Zuhörern mit viel Applaus belohnt wurde.

Der Moderator Leonz Frank, welcher mit Witz und eigener Dichtkunst durch den Abend geführt hatte, erinnerte das Publikum zum Abschluss an die bevorstehende längste Nacht des Jahres. Die Aussicht auf eine zusätzliche Stunde Schlaf liess viele Konzertbesucher noch etwas länger beim Schlummertrunk in der Musikbar verweilen. Wer sich wohl mit dem Tombola-Hauptpreis, einem Alpenrundflug, auf den Nachhauseweg gemacht hat?